It happened already a few days ago, but we were SPEECHLESS and couldn’t write about it until now. Lady Gaga smashed into Berlin and set our hearts on fire. We felt like a PAPARAZZI cause we took so many pictures and our friend Gloria Viagra (who was Gaga before Gaga was even born!) seemed to have a BAD ROMANCE with the Godess at the After-Show-Party in Berlins sleaziest Location Lab-Oratory.

Lady Gaga (C) Schwarzrosagold

MÄNNER-Redakteur Christian Lütjens war nach dem Konzert genau so gaga wie wir und hat uns an seinem Erlebnis teilhaben lassen – exklusiv als Preview im SRGAZINE, bevor es  in der Juni MÄNNER erscheint:

Es dröhnt und zuckt und funkelt und fiebert. Und bei einem Blick ins Publikum sieht man sie tatsächlich: die legendären Gaga-Fans mit den Glitzertattoos und den Science-Fiction-Kostümen, die Jungs mit den Strumpfhosen und Turmhüten. Neben uns steht ein Homopärchen mit Masken und Federboas, vor uns sitzt eine aufgekratzte Sechsjährige (Schätzung) im pinken Tüll-Tütü. So soll es sein. Auf der Bühne brüllt die Lady „Germany! I love you so much!“ ins Mikro, ihre hinreißenden Tänzer formieren sich um sie, und … Bumm! Stampf! Heul!

Lady Gaga (C) Schwarzrosagold

Der neue Song beginnt und entfacht einen Tanzsog, der im Prinzip zwei Stunden anhält. Auf der Bühne fahren Hydraulikpodeste auf und ab, Vorhänge heben und senken sich, es landet eine Art LED-Ufo, es entsteht ein Spukwald. Die Show ist mehr Edel-Trash als echte Avantgarde, mehr Disco-Revue als Popkonzert. Aber sie funktioniert. Zumindest für mich. Und auch für meine maskierten Nachbarn. Nur der Kollege neben mir mosert: „Das ist Friedrichstadtpalast, nicht Las Vegas!“ Ei, was für ein harsches Urteil. Man schüttelt es besser sofort mit ein paar gezielten Hüftschwüngen ab. Und sieht dabei, dass die Sechsjährige mit dem Tütü in ihrem Schalensitz eingepennt ist. Upps. Noch zwei Hüftschwünge. Währenddessen bestreitet Gaga weite Teile ihrer Show im schwarzen Lack-Bikini, schmiert sich zwischendurch Kunstblut ins Dekolleté wie eine Vampirkönigin und ist dann wieder Feengestalt oder Märchenherrscherin. Zum Schluss ist sie das kleine Mädchen, das beinahe von den Tentakeln eines Pappmaché-Kraken mit Piranhakopf zermalmt wird. Völlig bekloppt. Aber geil.

Lady Gaga (C) Schwarzrosagold

„Papa-Papa-razzi“, brülle ich mehr, als dass ich singe. Dann noch „Bad Romance“, ein paar Blitze und Verbeugungen, und schon ist Schluss. Wow, das war gut. Ich blinzele in die aufflackernden Deckenleuchten und bin durchflossen von der Gewissheit, dass Lady Gaga mich liebt. Sie hat das gefühlte tausend Mal während der Show gesagt. Zum Schluss sogar auf Deutsch. Da muss doch was dran sein. Die Hüte und Strumpfhosen, Federboas und Glitzertattoos entschweben der Halle. Ich auch. Vor mir höre ich einen Typen skeptisch sagen: „Also, ich kann mit dem Lady-Gaga-Hype nichts anfangen.“ Wie bitte? Der spinnt ja wohl. Die Lady ist doch der Hammer. Ein Quell der positiven Energie. Eine Jongleuse der Trash-Avantgarde. Eine … Ich kann meinen stillen Protest nicht zu Ende denken, als hinter mir eine Frau lispelt: „Ich weiß nicht. Ich finde, irgendwie klingen alle Songs gleich.“ Also, das ist der Gipfel. So ein Unsinn. „Love Game“ hat ja wohl mit „Bad Romance“ nicht das Geringste zu tun, empöre ich mich innerlich – um mich im nächsten Moment zu erinnern, dass ich diese beiden Negativ-Aussagen doch irgendwo schon mal gehört habe. Oder gedacht? Oder geschrieben? Scheiß drauf. Gaga ist ein Gedankenzustand. Und er funktioniert offenbar auch temporär.

Lady Gaga & Gloria Viagra

Lady Gaga (c) Schwarzrosagold