Der Strand von Khao Lak (C) Schwarzrosagold

Der Strand von Khao Lak (C) Schwarzrosagold

In Khao Lak an der Südküste Thailands ist die Welt noch in Ordnung und ein schöner Urlaub garantiert.

Noch mag man es sich nicht vorstellen, aber schon bald ist es wieder so weit: Dunkle, regnerische Herbsttage und ein kalter und grauer Winter, in dem höchstens Saunabesuche Wärme versprechen – diese Aussichten können fast schon jetzt Winterdepressionen wecken. Zum Glück bieten sich Reiseziele an, die mehr als genug Sonne bieten. Das tropische Thailand ist eines dieser Traumziele, seien es Touristenmagnete wie Phuket oder Kho Phi Phi mit ihren Bilderbuchstränden oder die Metropole Bangkok mit ihrem wildem Nachtleben, das schwule Herzen höher schlagen lässt.
Wer sich erholen will und ohne Trubel Ruhe und Entspannung sucht, keinen Bedarf an Szene oder viel Nachtleben hat, findet in Thailand auch Landstriche, die nicht zu überlaufen sind und trotzdem mehr Komfort bieten als eine einfache Bambushütte am Strand. In Khao Lak, ca. 60 Kilometer nördlich der belebten und auch aus schwuler Sicht lohnenswerten Ferieninsel Phuket ziehen sich die Strände kilometerlang bis zum Horizont während dschungelgrüne
Hänge in den Himmel wachsen. Kokospalmen und Thai-Fichten säumen den weißen Sandstrand und das 30 Grad warme Meer leuchtet
hier in Türkis und Hellblau.
Der Ort selbst wirkt auf den ersten Blick wenig spektakulär. Es gibt Restaurants, die für das touristische Thailand typischen Schneidergeschäfte und ein paar Bars. Auf dem Nachtmarkt, zwischen exotischen Früchten, Großpackungen Glutamat, fremdartigem Fisch und allerlei Krimskrams, liegen gefälschte Adidas- oder Ed-Hardy-Klamotten und verlocken zum Kauf. Alle paar Wochen feiern die Einheimischen ein Fest bis spät in die Nacht. Dann spielen Bands Songs von Pink Floyd auf Thai und auch um drei Uhr morgens kann man noch Heuschrecken knuspern, Mangostreifen essen und Cocktails schlürfen. Und völlig überraschend findet man in Khao Lak auch ein Stück schwules Nachtleben: Im Moo Moo Cabaret, einer überdachten Bühne am Rande der Straße, ziehen ein paar Jungs eine typisch thailändische Travestieshow ab.
Ablenkung von Strandalltag bieten Tagesausflüge in die nähere Umgebung, sei es zu Lande oder Wasser. Eine Stunde mit dem Schnellboot von der Küste entfernt liegen die Similan Islands, traumhafte Inseln, die zum Tauchen und Schnorcheln mit bunten Fischen und Wasserschildkröten einladen. Wer sich richtig verzaubern lassen will, bucht den Ausflug bei „Fantastic Similan“. Dann schippern einen die „Mädels“ vom Moo Moo Cabaret aufs Meer hinaus und
sorgen für Service und Unterhaltung.
Weiter im Norden gibt es im riesigen Khao Sok National Park, in dem mit der Rafflesia die größte Blume der Welt blüht, die allerdings den Duft verfaulenden Fleisches imitiert. Im Süden kann man zusammen mit Tausenden anderen Touristen James Bond Island besuchen und wird vergebens darauf warten, dass Daniel Craig aus dem Wasser steigt. Auch der junge Leonardo DiCaprio wird nicht an „The Beach“ auftauchen aber die spektakuläre Natur lässt das verzeihen.
In Khao Lak selbst entdeckt man vieles erst auf den zweiten Blick. Mitten im Ort, an einem Hang rund zwei Kilometer im Landesinneren, taucht plötzlich ein großes Schiff auf. Das ehemalige Polizeischiff wurde 2004 vom Meer hierher gespült, denn der Tsunami traf Khao Lak und die Andamanenseeküste besonders heftig. Heute sieht man kaum noch Spuren der Katastrophe, die Hotels sind wieder aufgebaut und die schnell wuchernde Vegetation überdeckt Ruinen und Baulücken. Zudem fällt auf, dass fast alle Straßen und Autos brandneu sind. Selbst die kleinsten Restaurants am Strand haben dicke Kühltruhen. Die Masse an Hilfsgeldern, die nach der Welle hier her gespült wurde, hat Spuren hinterlassen, auch in neuen bzw. renovierten Hotelanlagen.
Inmitten dieser paradiesischen Natur liegen Hotelanlagen, von denen die schönsten und luxuriösesten dort zu finden sind, wo der Ort schon zu Ende scheint. Das Cher Fah, ein Fünf-Sterne-Haus, in dem man sich bei einem Urlaub zu zweit richtig verwöhnen lassen kann, wurde in diesem Frühling fertiggestellt. Schon von der Lobby aus fällt der Blick auf einen Teil der 3000 Meter langen Poollandschaft, die sich durch die gesamte Anlage zieht und von fast jedem Zimmer im Erdgeschoss den Sprung ins Wasser möglich macht. Am Hauptpool stehen schicke Liegen direkt im Wasser und gerne lässt man
sich Drinks von der Poolbar kommen. Der riesige Spa-Bereich, Sonnenaufgangsyoga oder das gut ausgestattetes Gym lassen die Tage  die im Flug vergehen. Abends werden dann Kerzen ins Wasser gelassen, die auf Blüten dahin schwimmen. Eine der besten Küchenchefinnen Thailands und der Blick von den Restaurants aufs Meer tun ihr Übriges und lassen vergessen, dass es ein Leben außerhalb dieses Paradieses gibt. Das Meer rauscht romantisch, kleine Fischerboote schaukeln am Horizont und am Himmel leuchtet der südliche Sternenhimmel. Später am Abend steigen große Lampions in den Himmel und verschwinden flackernd in die Unendlichkeit der Nacht.